Japan: Paketband ersetzt LKWs

Automatischer Lieferdienst zwischen Osaka und Tokio

In diesem Blog werfen wir einen Blick nach Japan. Dort wird ein Fließbandsystem für Pakete gebaut, das den LKW-Transport teilweise ersetzen soll.

Dieses neuartige System soll zahlreiche Probleme lösen, an denen Japan leidet.

Eine fließende Transportverbindung

In Japan tummeln sich die meisten Menschen in Tokyo, 9,7 Millionen. 500 Kilometer entfernt liegt Osaka. Hier leben 2,7 Millionen Menschen. Dazwischen gibt es einen lebendigen Austausch von Paketen, der überwiegend durch LKWs geschieht.

Hier treten zwei Probleme auf. Einerseits wird die Ankunft der Pakete durch Staus verzögert. Denn die Straßen zwischen den Städten sind überlastet. Andererseits gibt es immer weniger Menschen, die die Pakete liefern.

Beide Hindernisse sollen durch ein automatisches Paketband behoben werden. Es soll neben oder unter den Straßen her verlaufen und so den Verkehr ausdünnen. Wo die Förderbänder enden, warten Gabelstapler, die die Pakete auf LKWs oder Transporter verfrachten, um sie auf ihre letzte Etappe zu schicken: Die letzte Meile.

Einheitliche Paletten werden über das Band gleiten, die Waren mit dem Gewicht von 1000 Kilo befördern können. Gefüllt mit Produkten der Landwirtschaft, des Seehandels, des E-Commerce und der Medizin. Genannt wird das Ganze Auto-flow, erfahren wir auf futurezone.at.

Japan gehen die Menschen aus

Die Menschen in Japan bekommen nur noch wenig Nachwuchs. Kinder sind teuer. Konservative Be- und Erziehungskonzepte beherrschen das Land: Wer Kinder möchte, muss verheiratet sein. Rollenbilder sind veraltet: Frauen sind gezwungen, sich zwischen Beruf und Familie zu entscheiden. Ein Großteil entscheidet sich für die persönliche Erfüllung in der Arbeitswelt. 

Für 2024 wird erwartet, dass sich die japanische Bevölkerung um weitere 148.763 Menschen verringern wird. Die Zahl der Todesfälle liegt in diesem Land schon seit Jahren über der Zahl der Neugeburten, erfahren wir auf countrymeters.info/de.

Die Jüngeren bleiben aus und die Älteren werden immer älter. Neben Monaco ist es das Land mit den meisten älteren Menschen, erfahren wir auf tagesschau.de.

Zu viele ältere Menschen überfordern das Liefer- und Versorgungssystem dort. Denn es gibt kaum welche, die all die Güter liefern können, die täglich von Millionenstädten geschluckt werden.

Immer seltener: LKW-Fahrerinnen und Fahrer

Unattraktive Arbeitsbedingungen und eine generelle Abnahme der Bevölkerung verursachen, dass es immer weniger Menschen gibt, die mit dem LKW das Wirtschaftssystem aufrechterhalten.

Düster wird vorhergesehen, dass die Anzahl LKW-Fahrender bis 2030 von 660.000 auf 480.000 abnehmen wird. 27 % weniger LKW-Fahrerinnen und Fahrer bei gleichbleibendem oder eher steigendem Transportvolumen.

Japan braucht eine schnelle Lösung und die könnte die Technik bereithalten. Denn das Förderbandprojekt soll bereits 2034 abgeschlossen sein und ein Muster bilden für ähnliche Projekte landesweit.

Das Projekt soll etwa 21,5 Milliarden Euro kosten, erfahren wir auf verkehr.co.

Förderband jagd den LKWs die Pakete ab

Die Förderbänder sollen die Probleme ausmerzen, die Unternehmen oftmals bei Menschen bemängeln: Maschinen wollen keinen Lohn, sind niemals krank und arbeiten rund um die Uhr. Sie sollen länger, effizienter und kostengünstiger arbeiten. So würde das geplante Förderband von Osaka nach Tokyo täglich 25.000 LKW-Fahrerinnen und Fahrern die Arbeit wegschnappen.

Auch die Verkehrsunfälle sollen dadurch reduziert werden. Denn gerade die schweren Unfälle werden in Japan oftmals durch LKWs verursacht, erfahren wir auf highwaysindustry.com.

Generell hofft man, dass die Verkehrsdichte nachlassen würde, wenn ein schwerer und großer Teil der Verkehrsteilnehmer, der Liefer- und Güterverkehr nämlich, auf einen eigenen Mittelstreifen verbannt werden würde. Dadurch könnten natürlich auch die Fahrtzeiten zwischen den beiden Städten minimiert werden. Stau adé!

Fazit

Wenn Maschinen oder Systeme die Arbeit übernehmen, die zuvor Menschen erledigt haben, stellt sich immer die Frage, ob die Menschen von der Einführung unterstützt oder verdrängt werden.

Vielleicht birgt ein Paketband das Potenzial, unangenehme Strecken, die durch Stau gelähmt werden, zu übernehmen. Und den LKW-Fahrerinnen und Fahrern Strecken übrig zu lassen, auf denen es voran geht.

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